Brahmps
 
 
Als Kultuahaupstatt iss unse Stadt ja nich grade bekannt auch wenn pah vonni sextausnd Miljonehre imma mal wieda n orntlichn Batzn logga machn un füa die schöhn Künste springn lassn. Aba pah grohße Söhne (un Töchda) könn wia doch foazeign. Nehm wia mah Brahmps. Der hat zwah sein halbes Lehm in Wien febrachd aba die andre Helfde ehm doch hia. Auf seine Spuan sint wia köazlich gewandlt, mitne Gestefürarin, von Gestefüra-Feein – dabei sint wia gakeine Geste sondan bloß die Verdi-Senioan.
 
Also Brahmps un Hambuich, das is haupsechlich schlechdes Gewissn, sahch sie. Wall man ihn nemmich damahz nich zum Scheffdirigentn gemacht hat! Das wah aba richdich, denn dazu muß man nich nuan musikalischn Jenie sein sondan voa allm mit Loide umgehn könn. Un da haddas bei Brahms an gehahpat: Weichn Kään, aba raue Schale. Zu rauh ehbm. Aba deswehgn hahbm wia nu ehm alle zusamm schlechdes Gewissn un darum hadda sage-un-schreibe acht Denkmehla gekricht! Eine Tahfl an sein nich vohandenes Geboatshaus inna Speckstraße. Ein modähn „Kubus“ aus rohtn Sandstein, nehbm der Musikhalle, mit ein Riljeff auf jehde Seide von feschiedene Lehmsabschnidde. Eine abschtrakte Plastik von eine Frau Pirwitz, aufm Plazz voa der Musikhalle, mit verschiedne Elemende die verschiedene Elemende von sein Musik dahstelln solln. Untn so was wie Wellen, un denn aufsteignde Stangn füan Rütmus und oben noch mal kleine Welln füa die Millodie. Oda so ehnlich. Einige fandn das ganz toll, aba ich weiß nich recht. Muß doch nich alles sümbolisch aufgepüstat sein! Denn noch ne Tafl im Michl un die andan happich fegessn, bis auf die inna Musikhalle selps. Ohbm im Foiajeh stehta aus Marmoa, drei Mehta hoch, pah lauschnde Köppe mit zue Augn untn dran gebackt, zwei Mehdls mit nackichtn Po üba die Schulta. Muschunn sahgn! Und das Noinzinn-hundat-acht. Son Schwerenöhta wara doch gahnich!
 
Aufgewaxn issa nehman im Gengevittl. Das giepas schunn seit üba hundat Jahn nich mea, alles appgerissn wehgn Un-Hügiene, un dichtes Menschngedrenge, mit Tebezeh un Kollara un Tüfus un was nich alles. Un was noch ühprich wah habm die Englenda dreiunvitzich in Dutt un Mutt gebompt. Nua im Beckabreitergank stehn noch pah alte Hoisa mit „Sähle“, das heiß eaßn Stock hatne eichne Haustüa untn woas denn gleich auf ne Trebbe geht.
Danehm hahbm sie jezz n ganzn Block appgerissn un iss ne riesige Baustelle. Sieht fass aus wie Graund Zero in JuJork! Un rat mah wie das Gelende denn speta ma heißn soll! BRAHMS-KWATTIA! Die schreckn auch voa nix zurück. Vonna Speckstraße bleip denn nuan klein Stumml un dehn will der Senat nu an priwaht verkaufn! Nehm sie denn fleich Eintritt füa. Oda machn ne Stahlwant foa, wie anna Herbertstraße…
 
Denn sint wia nach der Peterstraße gewandert, nachn Brahmpsmusejum. Im Hintazimma hadde grade jemand Gesanksuntarricht – imma rauf un runta. Zuhn Ankuckn wahn haupsechlich Dokumente un Briefe un Fodos – die gahps damahz nemmich schunn: alz jungn Mann mit Künzlamehne und spehta sah er aus wie Karl Marx – un Nohtn un was sonz imma in sone Gedenkstedde in dehn Fitrienn liecht. Unt da steht auchn Klawia, wien kleinn Flühgl. Das wah aba nich seinz, könnde aba sein dassa da auch auf gespielt hat, stammt nemmich von eine Dame aus sein Fraun-Koa.
 
Eichnes Musejum is nich schlechd, aba die höhste Ehre iss dassi vor zehn Jahn bei sein hundazn Todestach den Plazz voa der Musikhalle umbenannt hahbm. Vorhea wahs Karl-Muck (wah auchn Dirigent) – jezz is Johannes-Brahms-Plazz.

Ühprinx: wussdesdu dass Brahmps nochn Bruda hadde der auch Pianiss wah? Fritz Brahms. Klink irnkwie komisch, ne? Hans Brahms un Fritz Brahms...


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© JWS (2007)