Dohm


Früjahsdohm iss nich ganz das. Is son noimodischn Krahm und giepas ja auch eaß seit achunvitzich. Bein Dohm mussas aintlich kalt un dunkl sein. Adwenzstimmunk, Weihnachn steht foda Tüa. Die Brahtwuss muss ein werm, das Fett muß spritzn, fleich nochn Glühwein dezu. Aba nu wah eaß Früjah un denn bin ich trozzdehm mah hin.
 
Immahin is sonz noch allns da: Riesnratt ("das höhste tranzpotahble dä Welt: 66 Mehda") un Gaißabaan un Brahtwuss un Pommfrietz un Tückischn Honich un Zuggawadde und wasnich alles. Ehm der ühpliche Nepp, dehnas auf jehdn bessan Rummlplazz odah Oktohbafess giep. Alladinks, manchis is hoide tüch kompuhtagesstoiat un auch sonz technisch aufgepuzz. Un middehn Lohsn middehn man nicks gewinnt, wahnas früa haupsechlich Teddis un Pubbn – hoide sind das orangjene Klaunfische die man nich gewinnt. Aba denn giepas imma noch dehn Rotoah zwecks Aufhehbunk dä Schweakraff, un Motohrehda anna Steilwant ("Baujahr 1928"), un Moisezeakus ("mit 300 Moise"!), untn altmohdischn Hau-den-Lukas, Ponnireitn füa unse Klein, Keddnkarrussell füa di Grohßn, und am meistn hat mich gerüat dassa noch sone kleine Buhde wah wo eina Scheanschnitte vom Puhplikum angefeddicht hat. Ich glaup da giepas noch so ein von mein klein Schwesta mit Puhdlmüzze von schezzunksweise 1947… Hoide kossas alladinks siemfümfzich pro Stück, unt übakaupt komppas ein ziemich toia wennu mit dein Kindan aufn Dohm hingehß. Von dehn Lehpkuchnhääzn "füa mein sühßn Schatz" mah ganz appgesehn.
 
Bleip di Frahge warum Dohm. Wohsdoch in Hambuich zwah Dohmstrahße un Dohmplatz giep aba kein Dohm alz sojchn.
Naja - gahps aba mahl. Bis 1804. Da habm sie dehn appgerissn untas Inwentah fekauf. Wah auch nich schahde um. Kein Fegleich mit Kölna Dohm oda Mainza. Wah mea wiene große Schoine, unt ziemich runtagekomm. Nacha Refommazjohn 1526 wah das die einzige grohße Keache in Hambuich wo der kattolische Bischof noch wassu meldn hadde. Haddehn Senat un Böhrgeschaft immer gefucks. Weinaxmahkt in Dohm gahpas zwah schon seit dreizehn noinunzwanzich, aba denn woade dass sone Aht Kaufhaus, mit Buhdn und Stende inn drin in Keachnschiff und außn rum, besondass inna Attwenzzeit. Ehbm Rumml wie aufm Dohm! Hat dehn Bischoff auch gahnich gefalln, aba gehgn das Schietwedda konnta auch nicks machen. Un denn 1804, da hahm sie überall in Doitschlant Keachn un Klöhsta enteichnet un Kaisa-Könich-Edelmann habm alles einkassiat, un wo keina wah, ehm die Statt. Andaswo hahbm sie wehnstn die Keache noch stehn lassn oda renowiat oda lutterifiziat. Aba nich in Hambuich: reiß app wassu nich mea brauß! Und denn siehe ohbm. Aba andaseiz gieps eerßns Keachn genuhch un zweitns werrn die sowiso nich mea voll. Un außadehm brenn si in Hambuich sowiso alle fümfzich Jah app… Unt damit die schpiritu'elle Seide nich zu koaz kommp, hat man dehn Dohm ja voa hundat Jahn nachn Heiligngaißfelt felehch!


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