Gewöazmusejum


Bei unzuause woade guht aba tradizonell gekocht. Pizza kanntn wia nua ausn Ualaup in Italjen, Pommfriez aus Hollant, Schinees essn gingn wia eimah im Jah inna Ferdinantstrahße, Itajehnisch gahnich, und Griechn un Jugoslahwn lehptn noch wo der Feffa wex. Entsprechnd wahn die Gewöaze in Muddas Küche: Feffa-un-Salz, Muskahtnuss üban Bluhmkohl geriebm un ewentunell mah gemahlne Papprikah. Kahpan inna Sohße mit Köhnichsberga Klopps, Nelkn un Loabeabledda un Wacholdabean in Rohtkohl un Petasilije auf Salzkattoffln - das wahs schunn fass. Ich sprech von den Vitziga un Fümfziga Jahn – eimah gahps nix und denn wahn wia auch noch nich so kosmospohlitisch! Dabei wahja Hambuich die 'Statt der Feffasegge' un damit eintlich anna Kwelle. Aba wia haddn ja nix mit Imm-un'export zu tuhn un Feinschmeckakreise wahn wia auch nich.
 
Guht, dass hatzich seitdehm ge'ennat: halp Hambuich riech ahms nach Knohbi un Multikulti iss auch füan Gaumn angesahchd. Trozzdehm issas noch was andriss wennu das Gewöazmusejum inna Speichastatt betritz: da umfechlt dich gleichn Dufd wie in Tausndeinenacht. Kein Wunda, bei fümfzich feschiedene Gewöaze un Schpehzerein aus aller Herrn Lenda die da rumliegn, un nich zu knapp. Da wajch nemmich noich mah middehn Senioan vonna Gewäakschaff. Wallas foa Weihnachtn wah woadn wia gleich mit Glühwein un Zimpkaffe begrühßd. Zimp in Kaffe schmeck ganz intrissant, aba nua appunzu. Wah gehgn kleine Gebüa, das Musejum issja priwaht un kann nix feschenkn, aba alz Eintrizzkahte gahpas denn doch ne Tühte mit schwahzn Feffa.
 
Eaßma haddi junge Dahme unz eingeweit: Wia sint in dehn einzichstn Gewöazmusejum aufa ganzn Welt, unt früa wah alles in Munzbuich, aba wer gehtschunn nach Munzbuich! Iss dochn büschn ab vom Schuß. Und seitas dreiunoinzich inni Speichastatt umgezohgn iss, sint denn auch schunn eine Milljohn Besuhcha gekomm! Bei drei Euro Eintritt kannzu selba ausrechnen, was das füan Umsatz iss.

Das Musejum iss aufn 2. Bohdn (hochdoitsch: Etaje), nietrige Decke, Stahltrehga eingezohgn, damiddi Decke nich duichbricht. Ohbm drühba un untn drunta sint nemmich ojentahlische Teppichlahga wie üba’all hia, un die hahbm n ganschöhn Gewichd. Unt übaall stehn Segge rum wie in dehn altn Zeitn als die Schaualoide noch Segge un Stückguht felahdn hahbm un nich alles in Kontehna wie hoide. Trozzdehm is Hambuich noch der viatgröhßde Umschlachplazz füa Gewöaze inna Welt. Nua Jujork, Singapur und ich glaup Antwerpm sint uns noch üba. Unt denn stehn da Kistn un Kastn un historische Maschien zum Sottian un Soiban un Mahln un Zestohßn, un Karrn un Wahgn (zum Wiegn). Unt auf Bilda kannzu sehn wie inna Drittn Welt hoide noch fass alles Hantahbeit iss, Rindn appuhln, Blühtn flückn, Schohtn trocknen un-un-un.
 
Also Gewöaze giepas seit fümfhunnat Jahn, das heiß die aus Übaseh, da komm ja die bestn hea. Unt wah früa noch viel kossbara als hoide wallas nemmich Mehdizihn wah! Sonz hadden die Loide damahz ja nix außa pah Heilkroida. Die einzlnen Sortn von A wie Anis über Estragon un Loabea bis Z wie Zimp brauchich wull nich aufzehln, hassu femutlich sebs einigis von in deine Küche. Am toiastn is Safrahn – alles Handahbeit: pah hunnattausn Krokus-Staupfehdn füa ein Kilo. Aba iss man nua guht: zuviel wea nemmich giftich, nix füa Kindahende! Un wussessu dassi Muskahtnuß gah keine Nuß iss? Sondan n Kern vonna fleischign Frucht. Un Körri iss gah kein Gewöaz sondan ne Mischunk aus minzns ach, aba bissu dreißich feschiedene Gewöaze, unt in Indien pusseln die Hausfraun sich füa jehdn Gerichd ne andere Mischunk zusamm.
 
Ich frahch mich wie man die Hamboaga Kaufloide nun nenn soll – Feffasegge issja eintlich aut. Was iss denn hoide so das haupsechliche Handelzguht ausn Fern Ostn? Spielzoich, Obahemdn -  wie weaß mit Kompuhta-Kontehner! 


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© JWS (2005)