Klopschtock


Klopschtock sollscha ein von unsn gröhßtn Dichtan sein. Nu sinti gröhßtn meiß schunn lange toht un passn denn gah nich mea in unsan Zeitgeiß. Beginn den ersten Harfenlaut, / Heißer, geflügelter, ewiger Dank! / Beginn, beginn, mir strömet das Herz! / Und ich weine vor Wonne! sinkta an wen? 'An den Erlöser'. Iss dochn büschn zuuh fromm un schwülstich füa unsan Geschmack. Aba nich nua füa unsan: dehn grohßn Lessing haddas auch schunn nich gefalln oppwohl der nua fümf Jah jünga wah. Der meinde nemmich: Wer wird nicht einen Klopstock loben? / Doch wird ihn jeder lesen? Nein. / Wir wollen weniger erhoben / Und fleißiger gelesen sein. Un diesn Wunsch iss denn ja auch in Efüllunk gegang: Lessink lehsn wehnstns noch pah Schulkinda, aba Klopschtock kennt kein Schwein mea. Trotzdehm is sein Eangrapp anna Christianskeache in Ottnsn seit zweihundat Jahn ne Turistnattrakzion. Wo auch sein eaßde Frau Meta mit untagekrochn iss oppwohl die schunn fümmunvitzich Jah früa gestorbm iss. Aba füa sein zweide Frau wah der Plazz nich breit genuhch: so kahm sie denn ehm kwehr foa ihr Tante Meta zu liegn.
 
Nu dachtn wia wir wolln wehnstns mah wissen wie er so gelehp hat, denn in Museum füa Hamboagische Geschichde is extra n Klopstock-Zimma. Wah aba grohße Entoischunk: kein Schreiptisch oda Bett mit Nachtopf oda wehnstns n Kleidaschrank: nuan pah Bilda un Bühcha. Fleich wallas angehplich der Fess-Sahl von bei ihn zuhause wah dehman vonna Poss-Strahße nach hia 'transloziert' hat. Dafüa wara aba nu wieda nich fesslich genuhch. Nehsta Fesuhch: Jehnischhaus. Da giepas auchn Klopstock-Zimma – da sießu aba auch nua Bühcha, Grahfikn, Infommazionstahfln un Tohnkissettn. Hat der Mann denn gahnix hintalassn woman sich mea büschn praktischiss Bilt machen kann?


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