Wennu vonna Reepabahn weitafeaß, anna Grohßn Freiheit fobei,
denn liech anna Köhnichstrahße rechzn Frietohf mitn hohn
Gidda drumrum. Unnas
Toa iss zu. Siet aus wien Paak, hohe Boime, schattich, keine Bluhm.
Ewentuell
sießuh (un höaßu) n Gertna mitna Motoasense
zwüschn dehn Grehban Krach machn.
Wennu rein wiss mussu empwehda Schlüssl bei da Jühdischn
Gemeinde hohln oda
mitna Führunk mitgehn: Ich wah da noilich mit dehn Senioan vonna
Gewäakschaff,
unt Doktoa Halévy haddunz allns ekleat. Alz eastes musstn die
Häan alle ne Mütze
aufsetzn, Dahm nich, sintja nich bei dehn Mosslems! Die Keppis woadn
leiweise
zu Fefügunk gestellt. Ich brauchde aba kein, hadde mein Elpsehchla
mit – wußte
ja fohea Bescheit!
Pah Grappsteine stehn aufrecht, un viele
liegn flach. Nich
wall sie umgeschmissn wordn sint: das gahps alladinks auch – damahz, du
weischunn. Sondan mit Appsicht: die Doitschn stehn, die Pottugiesn
liegn. Eklehrunk
komp gleich. Und wennas alles büschn felassn aussieht, dann haddas
auchn Grunt.
Eaßns giepas keine jühdischn Nachkomm mea. Zweitns soll man
soweso die Tohtn in
Rue lassn. Un drittns iss der Friethof schunn seit üba
hunnatdreißich Jahn
geschlossn.
Unnu: wieso Pottugiesn? Also: so um sechzinnhundat woade in
Schpanien un Pottugal nich mea geduldet wemman nich kattohlisch wah.
Unt alz 'Moa'
oda Juhde bliep denn keine Wahl: woaz ehm getauf. Unt wehn das nich
gepass hat der
konnte ja auswandan wenna genuhch Gelt hadde. Unt di gingn denn nach
Amssadam
oda Hambuich – wo sie ehm ire Gescheffspartna haddn un festerkdn die
betreffnde
Obaschicht. Das wahn die 'Sephardim'. Und denn gahps foa Ort auch noch
arme
Juhdn, die wahn meist ausm Ostn geflohn, das wahn die 'Aschkenasim'.
Die konntn
sich gehgnseitich nich rech feknuhsn – wahn ehm Klassngehgnsezze! Un
die einheimischn
Hamboaga nu wieda, die wahn ja grahde übazoichde Luttarahna
gewordn – un haddn
was gehgn Kaddoliekn, auch wenn sie aus Pottugahl kahm un zwanksgetaufd
wahn…
Unt wasn Frietohf betriff: gahps in Hambuich nua auf Zeit.
Jühdischn Friethof
muss aba auf Ehwichkeit sein – sonz hahbm die Tohtn ja keine Rue! Das
wah denn füa dehn dehnischn
Köhnich ne gude Gelehgnheit die Hamboaga zu ergan, un er sahch zu
dehn Hamboaga
Juhdn, ia könnt oian Friethof gäane bei mia in Aldona
anlehgn, is schließlich n
freies Lant! Unt da hahbm sie denn aufm Gelende gleich hinta däa
Grenze zwei Friethöfe angelehch: ein
füa die Pottugiesn mit flache Steine un ein füa die
Aschkenahsn mit aufrechte, schön sauba getrennt.
 Unt wall sebs die Nahzis die meistn Grehba
liegn gelassn
hahbm issas jezz ne ungehoire Funtgruhbe füa die Wissnschaff,
jühdische
Genialogih, Kunzgeschichde, Sprachwissnschaff un was nich alles. Off
iss
nemmich forn hebrejisch un hintn pottugiesisch. Und wennahn Löhwe
abgebildet
iss hieß der Festorbene Daniel – wehgn der Löhwngrube! Wo
Harfe drauf iss
liechtn David drunta. Unt zwei Hende mit gespreizte Finga wahn Rabbi.
Unzoweida. Unt wemman genau hinkuckd fint man Grehba von berühmte
Rabbis, Ääzte,
Geleate, Schriffstella, Handelsherrn un Nahm
wie Mendelssohn,
Eibenschütz, Katzenellenbogen, Ettlinger, Cohen de Lara, de Castro, da Silva,
Steinheim, Abudiente unt-unt-unt. Nich zu fegessn: Onkl Salomon
Heine. Und
was ganz Besondriss sinti Zeltgrehba: sehn aus
wien langes Prissma aus Marmoa. Unt
jehde Zeit
hadde ian eichnen Schtihl. Kamman auch füa kristliche Grappkultua
was von läan: da gieps nemmich nich mea viel alde von, un die
Bilthaua füa dehn
jühdischn Friethohf wahn soweso meistns Kristn. Jehnfalz haddi Uni
da noch viel
an zu forschn. N 'Achief aus Stein', sahch Herr Halévy und hat
da auchn Buch
üba
geschriebm.
Unt
weat auch Zeit füa die Forscha: die Grehba hahbm nemmich
duichn sauan Rehgn un Appgahse un sonzige Ziwilazjohnseinflüsse in
dehn lezzn fuffzich
Jahn mea geliddn alz in all den Jahundatn davoa. Un grohß
Glück iss dass
1940-42 alle Tausende jühdische Grappsteine in Hambuich Fotos von
gemacht wordn sint –
mussia mah foastelln: mittn in Kriech! Wah wull ne Hamboaga
Schpehzialiteht.
Jehnfalz viel bessa ehaltn alz in Natua.
Auch wenna Friethohf nu schunn so lange dicht iss, pah
Lehmszeichn gieps doch: da liegn zum Beispihl pah Teelichte rum un
kleine Steine
auf dehn ein oda annan Grappstein - das sind denn jühdische
Zuwandra aus
Rußlant die dehn betreffendn Rabbi als Füasprecha füa
eankwas gebehtn hahbm. Und
wall Sampauli nich weit iss fintman auch ma ne Sprizze inna Ecke. Odan
Schlafsack vonn Penna. Aba die stöan die Tohtnrue nich. Wolln ja
selba in Rue
gelassn werdn!
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