Kunztempl


Alzich klein wah wahn wia mahl inne Aht Musejum irnkwo inna Landschaff sühtlich von Hambuich wo alles bunt angemahln wah: Wende, Deckn, Fuhßbohn. Aba ich konnt mich petuh nichmea e'innan woh das wah. Unnu habbich zufellich inn ein Proschpeck gelehsn von ein künzlarische Einrichtunk bei Jestebuich inna Northeide, di heiß Kunzstette Bossard. Un issn sogenanntn Gesampkunzwääk. Manche Künzla habm nemmich die Neigunk nich nua einzlne Kunzwääke zu ezoign sondan wolln ganzn Ambi-ente gestaltn. Is noidoitsch füa Lehmsraum. Unt so sint wia denn mah eingetauch in den Lehmsraum von Johann Michael Bossard unt sein Frau Jutta di mah alz sein Schtudentin angefangn hadde.
 
Eaßn Minuspunk gahpas schunn füa den Runtkoas Northeide füa Fahrehda. Zwah aufa Fahrat-Tuankahte, aba nich inna Lantschaff bizzeichnet sodaß man sich imma fefeat un denn außadehm viel Audos aufa Ruhte hat. Oppwohl Himmlfaht un Fahtatach: deswehgn auch viel Blockwahgnfekea mit entsprechnde Besatzunk un schunn am hellichtn Tahge allabeste Stimmunk. Un denn: Heide is guht! Jehnfalz auf unsan Appschnitt von Winsn bis Buhchholz "inna Northeide" wah nua Walt un Felt – auch nich schlech, aba ehm keine Heide.
 
Un denn das Kunstwääk. Er wahja Lehra füa Bilthauarei anna Kunzgewääbeschuhle, und Ekspääte füa Kunz am Bau un hat denn auch in Hambuich an öffntlichn Geboidn seine Spuan hintalassn. Aba wah nich zufriedn mit. Hatsich Riesngrunstück gekauf un noi gestaldet: Ohpsgartn un Kroitagartn un Lindn'alleh un Fichtnschohnunk un büschn Heide'immitatzjohn mit Wacholda. Und denn die Weatschaffsgeboide: Schweinestall un Hühnastall un Taubmschlach -allnz für Sebsfesorgunk, iss ja nix gehgn zu sahgn un gehöat zuhn Gesampkunzwääk. Unnu kompi eintliche Kunz: eaßma schunn die Hoisa künzlarisch entworfn: Riesnwilja unt danehm n Tämpl: Alles in mehrfach gebrannte roe Klinka un denn imma Erka un Nischn un blauglasiate Figuan dadrin. Un denn kommpsu rein in Edda-Saal. Klink ja schunn ziemich gemmanisch, iss aba schunn von noinzinn secksunzwanzich. Un denn bissu übawelticht wall die Wende von ohbm bis untn bunt bemahln sint. Unt bunt heißt nich nua fahbich, bunt heiß weaklich bunt: grell bunt, schreint bunt, brüllnt bunt. Aba nich hell bunt, mea düsta bunt untu wünsch dia nuan ganz klein büschn weiß irnkwo. Aba nee, das hätt wull nich inni Filosofi gepass. Denn gieps n Eros-Saal, aba is nich schweinisch, nua bunt. Untn Meachnzimma. Büschn Juhgntstihl, büschn Espressonismus, aba vor allm bunt. Und ich weißnich oppichas sahgn dahf, aba eankwi haddas alles auch was von grandeosen Kitsch.
 
Und in Gahtn un aufn Rahsn foan Haus stehn lauta Schtatuen, aba von dehn sint nua pah bunt, gääne blau glasiat. Die meistn sind weiß oda hellgrau. Direck wohltuhnt. Unt zuhn Gesamtkunzwääk gehöat auch noch Musiek (hat Frau Jutta sebs komboniat), sebsgezüchtetn Salbeitee, und sebsgebacknen Kaffe-un-Kuhchn. Dehn gieps in klein Kaffeh im Inn’nhohf. Un schmeck außezeichnet.
 
Jehnfalz issas Ganze n Elehpnis eichna Aht. Nicht umbedink schöhn, aba sehnzweat. Eimal im Lehbm. Oda in mein Fall zweimah.


Inhalt Pix Link © JWS (2004)