Opa von hintn
 
 
Manche Loide findn ja, Opa is von gestan. Ich mein nich: Opa, ich mein: O-per. Wia eimfachn Stoiazahla zahln dafüa dassich pah Supagebüldete mitn besondan Geschmack amisüan könn. Wo Musik unt Gesank so duichn-andagehn dass man übahaup nix festeht. Unt wo man sích so fein anziehn muss dassn eimfachn Menschn sich das soweso nicht leistn kann. Also, büschn iss da was dran, aba so ganz stimp das auch wieda nich. Eaßns hahbm sie da hoizutage Obatitl, die sie üba die Bühne anni Wand wääfn. Da kannzu mitlehsn un trozzdem aufi Bühne kuckn. Zweidns, Schlips-un-Krahgn iss auch nich mea Flicht. Nich grade Jiens un Ti-Schört, aba offnes Hemt un n dezentn Jackett kannzu dich mit sehn lassn. Das kleine Schwahze weat noch gääne getrahgn, muss aba nich. Klah, die Musik muss man möhgn. Aba wo iss das nich so?
 
Aba denn mussu auch bedenkn: die Ahbeizplezze! Anna Schtahzopa sint nemmich fass tausnd Loide beschefticht, achundatfuffzich fest. Davon Handwääka zweihundatfümfzich, im Ockesta sitzn siebzich Mann un Frau. Unt wennu mah Fidelijo nimps: da sint am Ahmt allein üba dreihundat Loide im Einsatz. Das haddunz jehnfalz unsan Führa eklaet alz wia noilich mit dehn Verdi-Senioan da wahn. Nich zune Aufführunk sondan wehgn was sonz noch los is. Zueaß gingn wia füan klein Voatrach in Zuschauaraum, da wo die Lojen wie Schwalbmnesta anna Want hengn. Forne wah im Kriech alles kaputt un iss fümmunfümzich wieda aufgebaut wordn. Aufa Bühne wahn die Ahbeida grade dabei un bautn Bühnbilt füa Dornröhschen auf, orntlich mit Burchbackong un Dorngebüsch. Un denn woada das eaßma wieda im Bohdn fesenkd. Unt von da aus konntn wia sehn wie groß der hintare Teil iss. Die reinsde Febrikhalle. Und die Höhe! Unt dahinta is nochma ne Probebühne, wah schon füa Trischtan aufgebaut. Auch ne Drehbühne iss hintn im Bohdn fesenkt. Wenn sie vorne gebrauchd weat: ein Knopfdruck und sie hehp sich dreißich Zendimehta un feat nach vorne – merk Puplikum gahnix von. Un Schnüabodn iss nich mea Schnüre: is alles komputagestoiat.
 
In zweitn Stock sind drei Schneidawääksteddn: Herrn, Dahm und Gewant. Bei Herrn durftn wia rein: üba’all fleißige Hende an induschtriemehßige Nehmaschien. Muscha alles hier geneht werdn – is noch nich autgesoßd. Und die Gass’senga aus JuJoak schickn ihre Mahße per Imehl.
Denn in Kella: Klamoddn un Rekwisitn, sauba geortnet in Drahtkontehna nach Stügge. Sah aus wie in son ejemalign Bunka mit Flohmahk un Seckndhend-Klamottn. Un roch genauso muffelich: das müssn die Ahmn denn ganzn Ahmt inna Nahse kriegn. Aba das beste wahn künzlichn Ahtla, aus Pappmoschee aba mit richtige Fehdan. Un wofüa? Na, füan Freischütz natüllich! Un Kestn mit Pischtohln. Aba wennu denks dassi aufa Bühne mit Platzpetrohn ahbeitn, denn toischu dich: viel zu gefehlich! Am Rand inna Kulisse stehda Rüssmeissa un knallt. Un aufa Bühne machn sie nua Karajoke midda Pistole. Aba ühbm müssn sie trozzdehm un da gieps denn Prohbmräume füa Koa un Ockesta. Alles in allm richtich ne Welt füa sich. Nua inni Kantine hahbm sie uns nich gelassn un Fodos durftn wia auch nich machn.
 
Zum Schluss heddich mia fass nochn Promi-Audogramm geholt. Wia standn da im Flua nehbm Fahstuhl, da kam da ganz eilich ne junge Frau in schwahzn Hosn, schwahzn Hemt ohne Äämel und klein schwahzn Leda-Rucksack fobai un mussde voa der Probe ganz schnell noch ma auf Toledde. Wah die Scheffin. Konntich ja nich mit reingehn unt alzi rauskam happich nich an gedach unt hadde auch kein Fillschreiba mit. Sonz heddich auf auschtralisch „G’Day“ gesahch unt hedde mia „Forever Young“ aufn Unta-ahm schreihm lassn. Mussich wull doch noch ma Trischtan kuckn gehn oda Ramazotti.


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© JWS (2007)